Turnier-Etikette

Benimmregeln für Turnierreiter

 

Auszug aus den Turnierbedingungen:

  • Jeder Teilnehmer an APHA-Klassen muss APHA-Mitglied sein und seine Mitgliedschaft mit der Nennung nachweisen oder mit der Nennung beantragen.
  • Bei PHCG-Klassen ist die Mitgliedschaft im PHCG von Vorsteller und Besitzer erforderlich. Diese ist ebenfalls mit der Nennung vorzulegen oder mit der Nennung zu beantragen.
  • In PHCG-Klassen sind sowohl Regular Paint Horses als auch SPB Horses (Breeding Stock) startberechtigt.
  • APHA-Amateur- und Novice-Amateur-Reiter benötigen zusätzlich eine APHA-Amateur/Novice-AmateurKarte; Youth-Reiter zusätzlich eine APHA Youth Karte. Diese ist ebenfalls mit der Nennung vorzulegen oder mit der Nennung zu beantragen. 
  • Der Veranstalter behält sich das Recht vor, bei nicht ausreichenden Teilnehmerzahlen bei Nennschluss Junior- und Senior-Klassen zu All-Ages-Klassen bzw. in Halterklassen entsprechend dem Rule Book zu zwei Klassen (z.B. Yearling-2-Year-Olds und 3-Year-Olds and Older) zusammenzulegen bzw. Klassen, für die bei Nennschluss weniger als zwei Nennungen vorliegen, ausfallen zu lassen. 
  • Jeder Teilnehmer ist verpflichtet, sich selbst zu erkundigen.
  • Aushang am Vortag vor Prüfungsbeginn an der Meldestelle.
  • Die Pattern sind ca. 2 Wochen vor Showbeginn erhältlich. 
  • Rasseoffene Open Klassen sind für alle Reiter-Pferdkombinationen offen!
  • Für alle Nennungen ist ausschließlich das beigefügte Nennungsformular zu benutzen.
  • Nennungen sind per Post oder Email möglich.
  • Eine Nennbestätigung erhalten Sie per Email (an die bei Nennung angegebene Email-Adresse) nach Eingang der Nennung und vollständig überwiesenen Startgebühren.

 

Turnieralltag – der ganz normale Wahnsinn

Man kennt das. Diesen Stress kurz vor dem Turnier. Das geht schon mit dem Einflechten los. Entweder der blöde Gaul bleibt nicht stehen (nervig für alle Aktiven, die diese niedere Arbeit noch selbst erledigen). Oder aber der Turniertrottel, kurz TT, braucht für die Zöpfe mal wieder zu lang. Und überhaupt, wie sehen die denn aus?! Da wird man doch wohl noch kritisieren dürfen! Endlich ist alles fertig, die Klamotten eingepackt, das Pferd auf dem Hänger.

Los geht’s.

Zehn, 20 oder auch 60 Kilometer später ist der Turnierplatz in Sicht. Na klar, schon wieder so dämliche Parkplatzeinweiser. Haben die nichts besseres zu tun, als mich zu nerven? Und überhaupt, was gibt’s da zu meckern – wir parken wo und wie wir wollen. Es ist eh keine Zeit mehr.

Schnell zur Meldestelle.Boah, nee! Die sind ja mal wieder doof. Ich hab’s eilig!! Nun macht schon, Ihr Schnarchnasen. Unhöflich? Ich? Kann gar nicht sein. Die sollen froh sein, dass ich überhaupt hier bin. Immerhin bin ich Reiter und zahle Nenngeld.

Nun aber flott satteln. Puh, leider bin ich nur von Idioten umgeben. Warum kann meine Helfer-Tuppe nicht einfach schweigend funktionieren? Immer dieses Generve, furchtbar. Auf dem Abreiteplatz ist’s auch nicht besser. Viel zu voll, da kann man sich ja nicht konzentrieren. Am besten einfach draufhalten. Der Stärkere siegt nun mal. Die anderen sollen sich bloss nicht so anstellen. Startaufruf. Ja, ja, ich komme ja schon. Jetzt gilt’s. Konzentration. Nun mach schon, du dämliches Vieh. Geschafft. Der Esel lief wie ein Weltmeister. Was für ‘ne Note? Das kann doch wohl nur ein Witz sein. Die Möchtegern-Richter haben ja gar keine Ahnung. Die sollten ihre Lizenz wieder abgeben. Aber der Boden war auch schlecht. Und diese Unruhe rund um den Platz. Jetzt spricht mich auch noch meine Mutter an. Lasst mich doch alle in Ruhe. Ach so, sie will den unfähigen Richtern einen Anpfiff geben. Recht hat sie. Die Pute, die da gewonnen hat, kann ja nun wirklich nichts. So ein blödes Turnier, hier fahre ich nicht wieder hin. Aber nächste Woche geht’s wieder los. Da zeige ich es diesen Wichten. So schnell lasse ich mich nicht vergraulen – immerhin liebe ich diesen Sport und seine Harmonie.

Na! Wiedererkannt? Hoffentlich nicht – zumindest nicht von Anfang bis Ende. Aber vielleicht doch ein ganz kleines Bisschen in der ein oder anderen Episode dieses modernen Märchens. Denn Hand aufs Herz: So ganz weit hergeholt aus der Welt der Fabeln und Erfindungen ist die Beschreibung eines typischen Turnieralltags wohl nicht. Denn wer hat nicht schon mal seine Eltern oder sonstige Helfer beim Abreiten angepflaumt? Wer nicht schon mal an der Meldstelle seinen Frust kund getan? Und wer noch nie über sein Pferd geschmipft? Oder über die Richter? O.k., o.k. – vieles ge-schieht in der Anspannung vor dem Start. Stress, Aufregung oder Hektik können eine Erklärung sein – eine Entschuldigung für schlechtes Benehmen sind sie nicht. Grobheit und Unfhöflichkeit auf dem Turnier (und nicht nur dort) sind überflüssig, schlecht für die Stimmung – und dumm. Denn wer gereizt und übel gelaunt ist, bringt nicht nur seine Mitmenschen zur Weißglut, sondern auch weniger Leistung. Keine guten Aussichten für Erfolg. Mit ein bisschen gutem Willen geht’s auch anders.


 

Die Vorbereitung

Schon hier wird die Basis dafür gelegt, ob es entspannt oder in Hektik zum Turnier gehen wird. Deshalb ganz wichtig: früh genug planen.

■ Wer kommt als Helfer mit?
■ Wer ruft zum Abhaken bei der Meldestelle an?
■ Wann muss Abfahrt vom Stall sein?
■ Vom Abfahrt-Zeitpunkt aus zurück rechnen und genügend Zeit zum Einpacken, Einflechten und Verladen ansetzen.
■ Wer packt was ein?
■ Vor dem Verladen selbst noch mal kotrollieren: Ist alles an Bord (Sattel, Trense, Satteldecken, Pferdepass, Gamaschen, Sporen, Abschwitzdecke, Eimer, Putzzeug, Futter etc.)?
■ Hängt der Hänger richtig am Zugfahrzeug?


Das Verladen

Spätestens jetzt fliegen oft die Fetzen. Dabei gibt es kaum etwas Schlimmeres als Stress beim Verladen, denn der macht vor allem das Pferd nervös – keine gute Voraussetzung für einen erfolgreichen Turniertag. Damit alles reibungslos klappt, sollten einige Dinge beachtet werden:

■ Frühzeitig Verladen üben, ohne Termindruck im Nacken.
■ Zum Üben einen erfahrenen, ruhigen Helfer hinzubitten.
■ Bei der Zeitplanung fürs Turnier lieber eine halbe Stunde mehr „Luft“ einplanen.
■ Zum Verladen Aufgaben klar verteilen.
■ Schreierei, Hektik und Streit vermeiden, das überträgt sich nur negativ aufs Pferd.
■ Sich bei Helfern ruhig mal bedanken. 
■ Kontrollieren, ob alle Hänger-Türen geschlossen sind


Die Fahrt

Seit der Erfindung der Navigationsgeräte ist die Anfahrt zum Turnier deutlich einfacher geworden. Selbst unbekannte Plätze auf dem tiefsten Land lassen sich problemlos finden. Wer kein solches Gerät hat, tut gut daran, sich vorher den Weg auf der Karte anzusehen. Somit lässt sich der krisenträchtige Satz „Wenn du mal in die Karte geschaut hättest, hätten wir uns nicht so verfahren“ ebenso vermeiden wie ein Zuspätkommen.


Auf dem Turnierplatz

Früh genug losgefahren, nichts vergessen, pünktlich auf dem Turnierplatz angekommen – da bleibt genügend Zeit, sich erst einmal umzusehen. Denn das verhindert Spannungen und schlechten Stil. Also:

■ Zunächst die Meldestelle aufsuchen; dort Startgeld zahlen, Startnummern holen oder möglichen Änderungen fragen.
■ Sich die übrigen Örtlichkeiten ansehen: Wo geht’s zum Abreiteplatz? Wie geht es von da aus zum Prüfungsplatz? Wo sind die Toiletten? (Auch hier kann Unwissenheit ziemliche Hektik verusachen...)
■ Ausrechnen, wann die eigene ungefähre(n) Startzeit(en) ist/sind und darauf die Zeit zum Satteln und Abreiten abstimmen.   Lieber ein wenig zu früh als zu spät satteln. Ein paar zusätzliche Runden Schritt am langen Zügel haben noch keinem Ritt geschadet, ein hektischer Kaltstart schon...
■ Auf dem Abreiteplatz Regeln einhalten und Rücksicht nehmen. Wer hier schon auf seine Konkurrenten wütend reagiert oder gar einen Streit um die Vorfahrt vom Zaun bricht, kann sich nicht mehr auf seinen Ritt konzentrieren und schadet damit auch sich selbst. Erfolge kann man genießen, aus Misserfolgen sollte man lernen. Natürlich ist es schöner, mit einer Schleife nach Hause zu fahren. Aber auch ein verpatzter Ritt kann einen weiterbringen – vorausgesetzt, man analysiert sich und seine Leistung realistisch und zieht daraus Lehren fürs künftige Training.


Gute Umgangsformen

Guter Ton ist immer „in“

Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Ein altes Sprichwort, das aber nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat – auch wenn einem das manche TV-Formate offenbar weiß machen möchten, frei nach dem Motto: Unverschämtheit ist cool und „in“, gutes Benehmen ist soft und „out“.

■ Doch mal ehrlich: Wollen Sie den lieben langen Tag angepflaumt, angemeckert und beleidigt werden??
Wissenschaftliche Untersuchungen haben übrigens ergeben, dass in einem freundlichen, von Achtung und Höflichkeit geprägtem Umfeld bessere Arbeitsleistungen erbracht werden. Und was für den Alltag gilt, macht auch im Sport sicher keine Ausnahme. Dabei braucht sich niemand zu verbiegen – ein wenig Nachdenken hier, ein nettes Wort da, und schon steigen Stimmung und damit auch Leistung.

■ Gaul, Zosse, Esel, Mistvieh – Pferd. Dem Vierbeiner mag’s egal sein, wie er genannt wird, Hauptsache der Tonfall ist freundlich.Trotzdem: Eine Wortwahl kann schon Ausdruck einer bestimmten Haltung zu etwas oder jemandem sein. Wer ständig vom Gaul oder Esel redet, wertet damit seinen Sportpartner Pferd (und sich selbst!) ab.

Ein wenig mehr Achtung ist hier angebracht.

Und wenn auf dem Turnier mal was schief geht, ist es niemals böse Absicht Ihres Pferdes. Dafür sind nur Sie verantwortlich. Übrigens: Ihr Pferd hat auch einen Namen..


Freiwillige - Ohne sie geht garnichts !!

Kein Turniertermin, keine Ausschreibung, kein Turnierplatz-Aufbau, keine Parkplatz-Betreuung, keine Meldestelle, kein Parcoursdienst, keine Richterversorgung, keine Kuchentheke, keine Ehrenpreise – kein Turnier!

■ Bevor in allgemeiner Hektik also auf „all die Idioten” geschimpft wird, sollte jeder einmal darüber nachdenken, was diese Leute leisten. Oft stehen sie bei Wind und Wetter tagelang auf einem Turnierplatz, nur damit irgendwelche ihnen fremde Reiter ihrem Hobby/Beruf frönen können.
■ Wenn demnächst also der Parkplatz-Einweiser Ihren Wagen noch 7,5 Zentimeter weiter nach links haben möchte, wenn die Damen an der Meldestelle das Computerprogramm nicht aus dem Eff-Eff beherrschen oder wenn der Rentner am Einlass Sie ein wenig zu früh aufgerufen hat – sei’s drum!

Nehmen Sie’s gelassen und freuen Sie sich, dass sich überhaupt jemand die Mühe macht, ein Turnier für Sie zu veranstalten.


Die Meldestelle

Manche Reiter oder deren Angehörige scheinen die Meldestelle mit einem Kampfplatz zu verwechseln:

Wer am härtesten austeilt, geht als Sieger aus dem Ring.
Ungeduld und Unhöflichkeiten bis hin zu Beschimpfungen sind leider an der Tagesordung.

■ Doch auch hier gilt: Viele der Meldestellen-Mitarbeiter sind Freiwillige die den Job in ihrer Freizeit machen.
■ Manche haben diesen „Job“ zum ersten Mal. Sie alle geben ihr Bestes.
■ Und selbst wenn die Meldestelle von Profis betrieben wird, ist’s noch lange kein Grund, ihnen gegenüber unhöflich zu sein. Man kann nämlich davon ausgehen, dass alle dasselbe wollen: einen möglichst perfekten Turnier-Ablauf.

Deshalb: mit ein wenig Geduld, gepaart mit dem ein oder anderen „Bitte“ und „Danke“ kommt man auch ans Ziel


TT-Eltern

Turnierreiter-Eltern (oft auch scherzhaft „Turnier-Trottel“ genannt) müssen schmerzfrei sein. Und leidensfähig. Zumindest drängt sich dem unbe-darften Zuschauer dieser Eindruck schon mal auf. Wie anders erklärt sich sonst der rüde Umgangston, den einige Sprösslinge ihren Eltern angedeihen lassen.

Hallo!!!

Habt Ihr ganz vergessen, dass Eure Eltern diejenigen sind, die Euch den Reitsport überhaupt erst möglich machen?!?!

Bitte künftig erst denken, dann reden. Ist übrigens immer besser.. [gilt auch für manchen erwachsenen Reiter!!]


Die Richter

Über die Richter schimpfen können alle – selber besser richten die wenigsten.
Wer also mit seiner Bewertung unzufrieden ist, sollte den Ringstuart ansprechen und fragen ob die Bewertung erläutert werden kann


Bahnregeln gelten für alle!

Eine Frage der Fairness

Platz da, hier komm ich! Mit diesem Slogan lässt sich auf dem Turnierplatz, vor allem auf dem Vorbereitungsplatz, nicht viel anfangen.
Es gibt Bahnregeln. Sie wurden nicht aufgestellt, um die Reiter zu ärgern, sondern um ein möglichst gefahrloses und entspanntes Miteinander in der Bahn zu gewährleisten.
■ Wer auf der linken Hand reitet, hat Vorfahrt,
■ ganze Bahn geht vor Zirkel,
■ im Schritt wird der Hufschlag frei gemacht.

Wenn sich alle daran halten, lässt sich auch im Getümmel eines Abreiteplatzes platzes relativ gut reiten.