Epiphysenfugenentzündung

Anzeichen der Erkrankung können, neben einer Lahmheit auch umfangsvermehrte Gelenke, mit und ohne Schmerzhaftigkeit sein. Eine Röntgenuntersuchung der Fohlen hilft bei der Diagnosestellung.

Eine Epiphysenfugenentzündung (Epiphysitis) tritt meist im Alter zwischen 4. und 8. Monat auf. Dies ist nicht nur beim American Paint Horse zu beobachten, sondern Wachstumsstörungen allgemein betreffen, je nach zugrunde gelegtem Datenmaterial und Literatur 10-50% der normal aufgewachsenen Fohlen.

Die Epiphysenfuge ist die Wachstumsfuge der Röhrenknochen. Sie befindet sich am Übergang vom länglichen Teil des Knochens zum verdickten Ende und ist für das Längenwachstum verantwortlich. An dieser Stelle kommt es zu Fehlbildung (Dysplasie) oder Störung  des Knochens.

Epiphysenfugenentzündungen sind wie alle „developmental orthopedic disorders (DOD) multifaktorielle Erkrankungen, d.h. nicht ein einzelner Faktor sondern eine Vielzahl verschiedener Faktoren führen zur Erkrankung. Dabei spielen Umweltfaktoren und die Aufzucht die Hauptrollen. Die erbliche Veranlagung wird jedoch grundsätzlich als Schlüsselfaktor angenommen.

An dieser Stelle sollen nur einige der wichtigsten Faktoren beleuchtet werden:

Bewegung

Bewegung ist essentiell für eine gesunde Entwicklung des Bewegungsapparates. Zu wenig bedeutet keine Anpassung an zukünftige Belastungen. Der Gelenksknorpel verliert auch für die Zukunft die Fähigkeit sich an Belastungen anzupassen. Eine ungenügende freie Bewegung in den ersten Lebensmonaten bedingt eine lebenslange ungenügende Gelenksknorpelbildung.

Hat sich erst eine Epiphysenfugenentzündung manifestiert, so hilft dem Fohlen dann leider nur noch eine Boxenruhe für die ersten Wochen.

Die schädlichen Effekte falscher Bewegungsbelastung lassen sich mit Fehlern im Fütterungsmanagement noch steigern. Zwei Problembereiche gelten derzeit als bewiesen.

1. Kohlenhydrate

Zu viel Kohlenhydrate in der Ration sind schädlich, da sie zu Wachstumsstörungen führen können. Eine Ration, die 30% mehr Kohlenhydrate als der Bedarf anbietet reicht für eine klinisch manifeste Erkrankung aus. Vor allem Getreideprodukte (auch Fohlenstarter!) können ebenso wie eine zu fette Weide, ein zu großes Milchangebot der Stute sowie ein zu energiereiches Futterangebot für die Stute Auslöser sein.

Die potentiell schädliche Wirkung von zu vielen Kohlenhydraten beruht auf mehreren Mechanismen:

  • Begünstigung zu schnellen Wachstums/Gewichtszunahme (auch durch zuviel proteinreiche Rationen)
  • Förderung von Übergewicht und Überbelastung des Fundaments
  • Einfluss auf Hormonspiegel

2. Mineralstoff- Inbalancen mit Kalzium, Phosphor (aber auch Kupfer oder Zink)

Kalzium und Phosphor sind die Hauptmineralbestandteile der Knochen. Das Verhältnis der Angebote in der Ration sind hier entscheidender als die absoluten Mengen. Der Ca:P- Wert sollte bei 1,5:1 bis 2,5:1 liegen. Ein Phosphor Überschuss ist schädlich, weil zum falschen Verhältnis die Kalzium Resorption zusätzlich behindert wird. Mehr Kalzium in der Ration kann daher die Imbalancen nicht ausgleichen, wenn das Verhältnis nicht stimmt.

Getreide hat z.B. ein Ca:P- Verhältnis von unter 0,3:1, manches Heu erreicht gerade 1,5:1. Hier  ist unbedingt durch Mineralfutter für Ausgleich zu sorgen.

Die Epiphysenfugenentzündung ist zwar ein komplexes Geschehen im Körper der Fohlen, die Behandlung in der Praxis aber meist einfach:

  •  „Vernünftig“ füttern
  • Ausreichende gleichförmige und freie Bewegung

 

Herpes, equine

Die Infektion mit Herpesviren kann beim Pferd verschiedene Krankheitsbilder hervorrufen die sowohl für das infizierte Pferd als auch für das ungeborene Fohlen schwere Auswirkungen haben können. Daher ist diese Erkrankung insbesondere für Züchter von besonderer Bedeutung und sollte große Beachtung finden.

Erreger: Equine Herpes Viren (EHV)bilden vier Stämme. Relevant sind vor allem EHV1 und EHV4 Verbreitung: weit verbreitet und vielerorts endemisch (in einem Bestand oder einer bestimmten Region), so dass es häufig zu Reinfektionen kommt.  Schätzungsweise 80% aller dreijährigen Pferde in Deutschland hatten bereits Kontakt zu equinen Herpesviren.

Infektion: Die Eintrittspforten für eine Herpesinfektion sind der Atmungs- und Geschlechtstrakt. Die Viren gelangen über die Nase (Tröpfcheninfektion) oder beim Deckakt in das Pferd.

Krankheitsverlauf: Infektion mit EHV1: lösen eine Entzündung der Atemwege oder einen Virusabort tragender Stuten aus, in seltenen Fällen kommt es auch zu Lähmungserscheinungen. Das Virus dringt bevorzugt über die Uterusschleimhaut ein und greift die Schleimhäute der Gebärmutter und Plazenta an, so dass das Ungeborene nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden kann und abstirbt, wodurch es zu Spätaborten im 8.-10. Trächtigkeitsmonat kommt. Werden die Fohlen dennoch geboren, so sind sie bereits infiziert und erkranken nach 3-10 Tagen an Husten und einer Entzündung der Atemwege, so sie nicht verenden. Ältere Pferde können sich ebenfalls über die Nasenschleimhaut infizieren, zeigen aber meist nur schwache Symptome. Das Virus breitet sich über das Lymphsystem im ganzen Tier aus und kann in seltenen Fällen zu verschiedenen zentralnervösen Störungen führen. Infolge einer Entzündung des Rückenmarks kommt es zu Lähmungen der Hintergliedmaßen.

Bei einer EHV4- Infektion kann ebenfalls eine Entzündung der Atemwege  verursachen,  jedoch keinen Virusabort. Zu respiratorischen Erkrankungen kommt es meist nur bei Jungtieren oder geschwächten Tieren. Die Erkrankung manifestiert sich vor allem in den oberen Luftwegen (Rhinitis, Pharyngitis), unter Umständen auch in einer Lungenentzündung. Sie äußert sich mit Fieber (bis 40,5 °C). Dazu kommen meist Husten sowie Nasen- und Augenausfluss. Die Krankheit heilt meist in 2 (bis 5) Wochen aus. Unter Umständen kann es zu einer bakteriellen Sekundärinfektion kommen.  

Behandlung: Da es sich um eine Viruserkrankung handelt ist maximal eine symptomatische Behandlung möglich.

Prophylaxe: Die Impfstoffe lösen zwar eine Antikörperbildung aus, können aber Reinfektionen mit Feldviren nicht vollständig verhindern. Es handelt sich virustypisch um eine persistierende Infektion, d.h. ein einmal infiziertes Pferd bleibt lebenslang Virusträger und –ausscheider. Daher bietet nur eine Bestandesimpfung den Schutz für jedes einzelnen Pferd.  Bei geimpften Pferden verläuft jedoch die Krankheit meist harmlos und Virusaborte treten nicht auf.  Daher ist eine Impfung, gerade bei Pferden mit häufigem Stallwechsel oder Pferden, die im Turniersport geritten werden sinnvoll.


 

Influenza, equine (Pferdegrippe)

Die Pferdeinfluenza (auch Pferdegrippe genannt) ist eine hochinfektiöse Viruserkrankung mit teilweise schwerem klinischem Verlauf.

Erreger: A-equi 1 (H7N7) und A-equi 2 (H3N8)

Verbreitung: weltweit

Infektion: Grippetypisch erfolgt die Ansteckung über eine Tröpfcheninfektion. Infizierte Pferde bringen die Viren durch Husten in einem Radius von bis zu 40 Metern in die Luft. Auch über Körperflüssigkeiten an z.B. Futter- oder Wassereimern oder den direkten Kontakt von Pferden kann sich das Virus verbreiten. Die Ansteckungsrate liegt bei nahezu 100%.

Krankheitsverlauf: Nach einer kurzen Inkubationszeit von 1-3 Tagen zeigen sich die ersten Symptome. Ähnlich wie die Grippe beim Menschen, kann sich  die Influenza bei Pferden zunächst durch Appetitlosigkeit und apathisches Verhalten, später durch Nasen- und Augenausfluss sowie durch  Husten und hohes Fieber äußern. Als Komplikationen können eine Lungenentzündung, die zur Dämpfigkeit führen kann, und eine Herzmuskelentzündung auftreten.

Behandlung: Da der Erreger ein Virus ist kann hier nur eine symptomatische Behandlung mit Schleimlösern und fiebersenkenden Mitteln erfolgen. Um einen weiteren Befall mit bakteriellen Erregern zu vermeiden kommen meist Antibiotika zum Einsatz. Wichtig ist die Ruhigstellung der erkrankten Tiere und eine schonende Wiederaufnahme des Trainings nach einer angemessenen Ruhepause (Faustregel: Eine Woche Ruhe je durchgemachtem Tag Fieber). Nur so kann man ein Verschleppen der Infektion und somit mögliche Spätschäden und Leistungseinbußen, z.B. durch chronische Atemwegserkrankungen, verhindern.

Prophylaxe: Da auch die Influenza des Pferdes zum Beispiel beim Husten über die Luft verbreitet wird, ist die Absonderung erkrankter Tiere von den nicht infizierten Artgenossen empfehlenswert. Eine Desinfektion von Geräten die Kontakt mit mehreren Pferden hatten kann ebenfalls Erfolg bringen, da die Erreger recht instabil sind und z.B. schon auf eine Reinigung mit Zitronensäure sehr empfindlich reagieren. Wegen hohen Ansteckungsrate und der seuchenhaften Ausbreitung ist der Impfschutz gegen Influenza  auf allen FN Turnieren und auch bei  Zuchtschauen vorgeschrieben.


 

Tetanus (Wundstarrkrampf)

Tetanus (engl.: Lockjaw), auch Wundstarrkrampf genannt, ist eine häufig tödlich verlaufende Infektionskrankheit, welche die muskelsteuernden Nervenzellen befällt.

Erreger: Clostridium tetani

Verbreitung: Die Sporen des Bakteriums kommen nahezu überall  in der Umwelt vor, z.B. im Erdboden.

Infektion: Die Infektion erfolgt durch das Eindringen der Sporen in Wunden, die auch so klein sein können, dass sie vom Pferdebesitzer unbemerkt bleiben. 

Krankheitsverlauf: Unter anaeroben Bedingungen, d. h. unter Sauerstoff-Abwesenheit, vermehrt sich das Bakterium und sondert Giftstoffe (Toxine) ab. Diese wandern entlang von Nervenfasern in Richtung Rückenmark und schädigen die muskelsteuernden Nervenzellen, wodurch sie Lähmungen und Muskelkrämpfe hervorrufen. Nach einer Inkubationszeit von 4bis 21 Tagen zeigen sich die ersten Symptome wie Lichtscheue, Schweißausbrüche und eine Übererregbarkeit der Muskulatur. Bald darauf tritt die Muskelstarre(Rigor) vom Kopf her ein, die auch von Muskelkrämpfen (Spasmen) begleitet werden können. Die Tiere haben einen unsicheren Gang, später zeigt sich die Sägebockhaltung und wenn die Starre die Atemmuskulatur erreicht leiden sie unter Sauerstoffmangel. Die Körpertemperatur steigt auf bis zu 48°C und schließlich führen die Symptome zum Tod. All dies erleben die betroffenen Tiere bei vollem Bewusstsein.

Behandlung: Gegen die ausgebrochene Erkrankung gibt es keine echte Therapie. Eine symptomatische, an den Krankheitszeichen orientierte Behandlung kann in milden Fällen die durch akustische und optische Reize auslösbaren Krämpfe vermeiden, indem die betroffenen Pferde  in einer abgedunkelten und ruhigen/reizarmen Box untergebracht werden  und z.B. starke Beruhigungsmittel erhalten. Eine Wundauffrischung, hochdosierte Penicilline und eine Neutralisation der im Pferde bereits zirkulierenden Toxine durch die Injektion von Tetanus-Serum sowie die Gabe von Muskelrelaxantien sind weitere Versuche, die Symptome einzudämmen. Dennoch liegt die Sterblichkeit bei Pferden bei bis zu 90%. Die Empfänglichkeit für eine Tetanusinfektion ist bei Pferden und anderen Einhufern, im Gegensatz zu anderen Tierarten,  besonders hoch.

Prophylaxe: Das Bakterium kommt nahezu in der gesamten Lebensumwelt unserer Pferde vor. Eine flächendeckende Desinfektion ist praktisch nicht umzusetzen, zumal das Bakterium sehr stabil ist und z.B. erst nach zwei- bis dreistündigem Kochen inaktiv wird. Daher wird eine vorbeugende Impfung gegen Tetanus heute bei Pferden als obligat angesehen. Hierbei handelt es sich um einen Toxid-Impfstoff, der nicht die Infektion des Pferdes verhindert, sondern den Organismus gegen die Auswirkungen der Toxine schützt.


 

Equine Infektiöse Anämie (EIA, Ansteckende Blutarmut der Einhufer)

EIA (engl.: swamp fever) ist eine der sogenannten viralen Beschälseuchen die unter die Anzeigepflicht fällt.

Erreger: Mehrere Virusstämme der Gattung Lentivirus

Verbreitung: Weltweit. In Europa gelten Italien und Rumänien als Hauptverbreitungsgebiete, aber auch in Deutschland treten seit 2007 wieder erneut Fälle von EIA auf.

Infektion: Häufig werden die Viren  über natürliche Vektoren (blutsaugende Insekten) und selten intrauterin, d.h., das ungeborene Fohlen wird bereits im Leib seiner infizierten Mutter infiziert, durch mangelnde Hygiene z.B. Nasenschlundsonden.  Der Übertragung der  Erkrankung über  den Samen infizierter Hengste kommt ebenfalls eine große Bedeutung zu.

Krankheitsverlauf: Die Infektion kann in drei Formen verlaufen: meistens klinisch inapparent, d.h. das augenscheinlich gesunde Pferd die Viren lebenslang in sich trägt und ansteckend ist. Bei der subakuten/chronischen Form treten die Symptome erst Monate oder Jahre nach der Infektion auf, bei akutem Verlauf verstirbt das Pferd binnen Tagen an den Symptomen.

Im Blut gehen die Viren in die Makrophangen ein und vermehren sich hier und sind bald im Blut, der Milz und der Leber nachweisbar. Es werden Blutarmut, Gefäßwandschäden und Organschäden verursacht. Die Blutgerinnung wird gestört, was zu unkontrollierter Gerinnung oder aber einer Blutungsneigung führen kann. Das Knochenmark wird durch die ständige Produktion neuer Blutzellen ausgelaugt und verändert sich krankhaft. Das Pferd wird durch die Prozesse extrem geschwächt und hat, ähnlich einem HIV-erkrankten Menschen- häufig mit Sekundärinfektionen zu kämpfen, die das überforderte Immunsystem nicht mehr abwenden kann. In der akuten Phase können hohes Fieber, Mattheit, Hinterhandschwächen, Bewusstseinsstörungen sowie Ödeme an Brust, Gliedmaßen und Unterbauch auftreten und oft sterben die Tiere plötzlich. Ein schubweiser Verlauf mit Besserungen und beschwerdefreien Intervallen von 4-6 Wochen kann ebenfalls beobachtet werden.

Behandlung: Es gibt keine Behandlung und es darf nicht behandelt werden, da die Erkrankung anzeigesplichtig ist und damit der staatlichen Tierseuchenbekämpfung unterliegt.  Nachweislich infizierte Tier müssen getötet werden.

Prophylaxe: Weide- und Stallhygiene können helfen, die natürlichen Vektoren einzudämmen. Vor allem Importpferde aus durchseuchten Gebieten sollten einem Coggins-Test unterzogen werden. Die illegale Einfuhr von infizierten und ungetesteten Tieren führte in der Vergangenheit zur Einschleppung der Seuche nach Deutschland und in andere europäische Länder. Hengste in künstlicher Besamung müssen kontrolliert werden.


 

Equine virale Arteritis (EVA, Pferdestaupe)

EVA (engl.: Pink eye) ist eine der sogenannten viralen Beschälseuchen die wegen ihrer besonderen Bedeutung für die Fortpflanzung des Pferdes unter die Meldepflicht fällt.

Erreger: Mehrere Virenstämme der Gattung Artevirus

Verbreitung: Weltweit. Es sind nur Equide (Pferd, Esel, Zebra) betroffen

Infektion: Tröpfcheninfektion ähnlich wie bei der Pferdegrippe v.a. direkt bei Tierkontakt und dem Deckakt aber auch indirekt z.B. über Gegenstände oder die Hände des Menschen.

Krankheitsverlauf: Das Virus dringt über die Lungenschleimhaut in das Lymphsystem ein. Von hier aus breitet er sich über das den Blutkreislauf im gesamten Organismus aus. Hier schädigt es die Wände der Adern, sodass diese durchlässiger werden. Symptome der akuten Erkrankung können Fieber, Mattheit, Appetitlosigkeit, Augensymptome (Lichtscheue, Bindehautentzündung, Tränenfluss), Koliken, Durchfall, Ödeme, Nasenausfluss, Husten und Frühaborte sein. Die meisten Infektionen verlaufen allerdings klinisch inapparent, die infizierten Pferde scheiden das Virus über Kot, Harn, Blut, Speichel, Nasen- und Augensekrete und Sperma aus (sog. Virämie). Daher kommt es in einem Bestand häufig durch einen Neuzugang durch einen seuchenhaften Ausbruch der 4-6 Wochen anhält.

Behandlung: bei einem verdacht sollte das betreffende Tier sofort isoliert werden. Es erfolgt lediglich eine Behandlung der Symptome. Z.B. Ruhigstellung und die Bekämpfung von Fieber und Schmerzen sorgen für eine Linderung der Beschwerden. Bei Ödembildung ist auch ein vorsichtiges Entwässern angezeigt. Nach der akuten Phase benötigt das Tier eine ausreichend lange Rekonvaleszenz.

Prophylaxe: Eine gute allgemeine Stallhygiene, die Vermeidung von unnötigem Kontakt mit anderen Pferden, eine hygienische Arbeitsweise von Tierärzten vor allem im Rahmen der künstlichen Besamung sind gut zur Prophylaxe geeignet.  Wegen der meist tückischen unauffälligen Verläufe ist die Verbreitung der Viren nur schwer einzudämmen. Eine Überprüfung der Zuchttiere auf EVA per Tupferprobe bietet einzig einen sicheren Schutz vor einer Infektion. Bei Hengsten die in der künstlichen Besamung sind ist diese Untersuchung zwingend vorgeschrieben.


 

Kontagiöse Equine Metritis (CEM, Ansteckende Pferdemetritis)

CEM ist eine sogenannte bakteriellen Beschälseuchen, die die Fortpflanzung von Pferden erheblich beeinflussen kann und wegen ihrer leichten Übertragbarkeit größte Beachtung im Zuchtgeschehen finden muss. Sie ist eine der drei Krankheiten, auf die Hengste auf Besamungsstationen getestet werden und die der Meldepflicht unterliegen.

Erreger: Taylorella equigenitalis

Verbreitung: Durch den teils unauffälligen Verlauf der Erkrankung ist die Verbreitung schwer zu bestimmen. In weiten Teilen des europäischen Kontinents konnte der Erreger schon nachgewiesen werden, es sind aber auch Fälle aus Übersee(Australien, USA, Japan) bekannt. CEM befällt ausschließlich Equiden (Pferd, Esel, Zebra).

Infektion: Die Infektion erfolgt vor allem beim Deckakt, aber auch selten auf anderem Wege bei direktem oder indirektem  Kontakt  z.B. über Tierarztinstrumente, bei unhygienischer Arbeitsweise in der künstlichen Besamung.  Besonders tückisch ist hier, dass Trägertiere völlig beschwerdefrei sein können und somit nicht isoliert und behandelt werden. So kann sich der Erreger unbemerkt ausbreiten.

Krankheitsverlauf: Hier gibt es den akuten Verlauf mit deutlichen Krankheitssymptomen, bei der Stuten 2-3 Tage nach der Infektion Entzündungen der Scheide (Vaginitis), der Gebärmutterhals (Cervicitis)und der Gebärmutterschleimhaut (Endometritis), was sich durch serös-schleimigen bis eitrigen Ausfluss äußert und nach 1-2 Wochen vollständig abklingt. In der milderen Form führt die Infektion zu einer Zyklusverschiebung mit einer verlängerten Rosse oder mehrfachem Umrossen. Unbehandelt klingt die Erkrankung bei Stuten nach 3-4 Wochen ab, der Erreger bleibt aber im Pferd  und das Pferd kann  andere Pferde anstecken. In beiden Fällen kann die Fruchtbarkeit der Stute eingeschränkt sein,  die Stute nimmt nicht oder schlecht auf und in seltenen Fällen abortieren tragende Stuten.
Bei Hengsten verläuft die Infektion ohne Symptome, daher kann ein Hengst oft mehrere Stuten infizieren, bevor der Erreger entdeckt wird.

Behandlung: Eine systemische Antibiose (z.B. mit Penicillin, Ampicillin, Neomycin, Tetracycline) und eine lokale Behandlung (z.B. mit Chlorhexidin) um die Beschwerden abzumildern. Dennoch verspricht auch eine intensive Therapie keine Erregerfreiheit und bedarf immer der Kontrolle.

Prophylaxe: Eine gute allgemeine Stallhygiene, die Vermeidung von unnötigem Kontakt mit anderen Pferden, eine hygienische Arbeitsweise von Tierärzten vor allem im Rahmen der künstlichen Besamung sind gut zur Prophylaxe geeignet. Da sowohl Stuten als auch Hengste latente Träger sein können, bietet aber nur eine Überprüfung der Zuchttiere auf CEM mittels Tupferprobe einen sicheren Schutz vor einer Infektion. Bei Hengsten die in der künstlichen Besamung sind ist diese Untersuchung zwingend vorgeschrieben.